3 einfache Tipps für Firmeninhaber, mit denen Du im Schadenfall Ärger mit der Versicherung vermeiden kannst

Tipps für Unternehmer um Ärger mit Versicherung vermeidenIn diesem Artikel erfährst Du, auf welche drei Dinge Du bereits vor einem Schaden achten solltest, damit deine Sachversicherung im Schadenfall schnell und vollständig bezahlt. So kannst Du Ärger mit der Versicherung vermeiden.

Die betriebliche Sachversicherung schützt Deine Betriebseinrichtung, deine Waren und Vorräte  u.a. gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Sturm.

Tipp Nr. 1: Passende Versicherungssumme

In den Versicherungsbedingungen steht, dass

  • die von Dir eingekaufte Versicherungssumme dem Neuwert Deiner technischen/kaufmännischen Betriebsausstattung und
  • dem Neuwert der gelagerten Waren/Vorräte im Schadenzeitpunkt entsprechen muss.

Als Neuwert gilt der Wiederbeschaffungswert eines neuen Wirtschaftsguts gleicher Art.

In den Versicherungsbedingungen findest Du außerdem, welche Konsequenzen drohen, wenn im Schadenfall die Versicherungssumme niedriger ist als der Neuwert. Der Versicherer darf dann nämlich seine Entschädigungszahlungen kürzen (sog. Unterversicherungsklausel). Und davon macht er bei Großschäden mit Sicherheit gebrauch.

Hierzu ein Beispiel:

Ein Rohrbruch versucht einen großen Wasserschaden in einem Gewerbebetrieb. Die Schäden an der Betriebseinrichtung und den gelagerten Waren sowie Vorräten beläuft sich auf 50.000€.

Laut Versicherungsvertrag beträgt die vereinbarte Versicherungssumme 100.000€. Der von der Versicherungsgesellschaft beauftragte Sachverständige stellt bei der Ortsbesichtigung fest, dass der Neuwert der gesamten Betriebseinrichtung inkl. Waren und Vorräten 150.000€ beträgt.

(Hinweis aus der Praxis: Um den Neuwert der gesamten Betriebseinrichtung zu ermitteln, läßt sich der Sachverständige das Anlagenverzeichnis aus dem letzten Jahresabschluss vorlegen.)

Der Versicherer wird daher seine Entschädigungszahlung wegen Unterversicherung kürzen. Statt 50.000€ werden nur 33.333€ ausgezahlt. (Berechnung: 50.000€ x (100.000€/150.000€))

Die Differenz müsstest Du dann aus seiner eigenen Tasche bezahlen.

Tipp Nr. 2: Der E-Check 

Auszug aus den Versicherungsbedingungen

Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die elektrischen Anlagen gem. den gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen (insbesondere der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift BGV A3 und der dazugehörigen Durchführungsanweisungen) regelmäßig auf seinen Kosten prüfen und festgestellte Mängel unverzüglich beseitigen zu lassen.

Diese oder ähnliche Textpassage findet man häufig im „Kleingedruckten“ der Versicherungsverträge zur Sachinhaltsversicherung. Das ärgerliche an solchen Klauseln ist, dass sie im Schadenfall gegen Dich verwendet werden.

Was bedeutet die o.g. Klausel konkret?

Als Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer wirst Du hierdurch verpflichtet, die elektrischen Anlagen regelmäßig prüfen zu lassen.

Zunächst stellt sich die Frage, was sind elektrische Anlagen? Kurz gesagt sind das alle Gegenstände in Deiner Firma, die einen Stecker haben oder auf andere Art ans Stromnetz angeschlossen sind. Dazu zählen große, strombetriebene Maschinen ebenso wie der Wasserkocher, den sich Dein Mitarbeiter von zu Hause mitgebracht hat.

Die Prüfung muss von einer Elektrofachkraft vorgenommen werden. Das kann ein beauftragter Elektrikermeister sein oder eine andere Person mit entsprechender Qualifikation.

Regelmäßig ist für den Versicherer eine Prüfung alle ein bis zwei Jahre. Außerdem müssen die elektrischen Anlagen vor der ersten Inbetriebnahme und nach einer Änderung oder Instandsetzung geprüft werden.

Das Ergebnis der Prüfung und eine Beseitigung von etwaig gefunden Mängeln muss schriftlich dokumentiert werden.

Was passiert im Falle eines Brandschadens, wenn Du die regelmäßige Prüfung nicht nachweisen kannst?

Im Schadenfall wird zunächst geklärt, was die Brandursache war. Sollte die Brandursache in einem Gerät liegen, das hätte geprüft werden müssen, ist das schlecht. Dann kann der Versicherer die Leistung verweigern. Liegt eine andere Brandursache vor, z.B. Brandstiftung, ist das Fehlen des Prüfberichts nicht relevant.

Tipp Nr. 3: Sind vertraglich vorgeschriebenen Einbruchsicherungen vorhanden?

Auch hier solltest Du das „Kleingedruckte“ zu Deinen Versicherungsverträgen genau lesen. Es gibt z.B. Versicherer die in ihren Bedingungen bestimmen, dass die Zargen der Zugangstüren zu den versicherten Betriebsräumen mit einem Sicherheitswinkelschließblech versehen sein müssen. Oftmals definieren die Versicherer aber gar nicht, was sie genau unter einem solchen Sicherheitswinkelschließblech konkret verstehen bzw. welche Anforderungen dieses Teil mindestens erfüllen muss. Hier hilft dann nur die konkrete Nachfrage beim Versicherer weiter.

Häufig werden auch andere Arten von Einbruchsicherungen im „Kleingeruckten“ bestimmt. Diese können von einem bündigen Zylinderschloss mit einem Riegelauswurf von min. 20mm bis zu Hinterhacken reichen. Du solltest Deine Versicherungsbedingungen auf jeden Fall genau nach solchen, vom Versicherer geforderten, Einbruchsicherungen „durchforsten“.

Was passiert, wenn es zu einem Einbruchschaden kommt und Du die geforderten Einbruchsicherungen nicht hast?

Hier wird der Versicherer in der Regel versuchen, den Schaden abzulehnen. Du musst dann versuchen zu beweisen, dass Deine Sicherungen mindestens gleichwertig waren bzw. der Einbruch auch mit den geforderten Sicherungen nicht hätte verhindert werden können. Wenn der Einbrecher also mit einem Bagger durch deine Firmentür fährt, ist es wohl unerheblich, ob Du ein Sicherheitswinkelschließblech in der Zarge verbaut hast oder nicht;-)

Ein kleiner Tipp von mir:  Wenn Du hier auf „Nummer sicher“ gehen möchtest, mach einfach Fotos von Deinen Zugangstüren und den vorhanden Einbruchsicherungen. Sende die Fotos dann an den Versicherer und lass Dir schriftlich bestätigen, dass die vorhandenen Sicherungen so ausreichend sind.

Erzähl mir von Deinen Erfahrungen: Hattest Du schon Ärger mit der Versicherung?

Hast Du schon schlechte Erfahrungen mit Versicherungsgesellschaften bei der Schadenregulierung gemacht? Was ist dabei konkret schlecht gelaufen? Schreibe Deine Erfahrungen als Kommentar unter diesen Beitrag!

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