5 Fälle, für die du als Selbstständiger einen Notfallplan haben musst

„Zwei Dinge sind im Leben so sicher wie das Amen in der Kirche: der Tod und die Steuer. Doch genauso sicher ist, dass in deinem Geschäft eines Tages etwas schieflaufen wird. Deswegen muss es eine deiner Prioritäten sein, einen Notfallplan zu haben“ – Sir Richard Branson (Gründer der Virgin Group). In diesem Beitrag erfährst du, für welche Notfälle du als Selbstständiger unbedingt einen Plan in der Schublade haben solltest.

5 Fälle für die du als Selbstständiger einen Notfallplan haben musst

Als Versicherungsmakler berate ich überwiegend inhabergeführte, kleine und mittelständische Firmen. Bei meinen Beratungen stelle ich immer wieder fest, dass zwar die nächste Betriebsfeier „generalstabsmäßig“ geplant wird, was ja auch absolut richtig ist 🙂 Aber für wichtige Themen, bei denen es um die Existenz des Unternehmens und die Existenz der Familie des Firmeninhabers geht, gibt es meist keine Pläne. Häufig wird nicht einmal daran gedacht, dass hier existenzbedrohende Gefahren lauern.

Für diese 5 Fälle, solltest du als Selbstständiger einen Notfallplan haben

#1 Du kannst als Inhaber deine Geschäfte nicht mehr selbst erledigen

Stell dir bitte folgende Situation vor: Du hattest einen Unfall oder du bist erkrankt. Durch den Unfall oder die Krankheit bist du nicht ansprechbar. Du lebst zwar, du kannst dich aber nicht ausdrücken bzw. du bist nicht rechts- und geschäftsfähig.

  • Wer kümmert sich in diesem Fall um deine Firma? Wer zahlt Gehälter, leistet Zahlungen
  • an Lieferanten, Sozialversicher
  • ungsträger etc.? Wer schafft neue Aufträge ran?

Kurz: Wer hält dein Business am Laufen?

Falls du selbst keine Entscheidungen treffen kannst, sind nämlich dein Ehepartner bzw. deine Familienangehörigen nicht automatisch dazu berechtigt, dich zu vertreten. Wenn du niemanden schriftlich mit deiner Vertretung bevollmächtigt hast, wird das Amtsgericht einen gerichtlichen Betreuer bestellen. Du hast dann die 50%-ige Chance, dass das Gericht einen Familienangehörigen als deinen Betreuer benennt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ebenfalls 50% wird es aber einen fremden, externen Betreuer beauftragen.

Soweit so schlecht. Du hast einen Bevollmächtigten benannt oder das Gericht hat einen Betreuer bestellt. Hast du dafür gesorgt, dass er sich innerhalb kürzester Zeit (z.B. ein Tag) in die wichtigsten Belange deiner Firma einarbeiten kann? Hast du einen Notfallordner angelegt, wo er alle wichtigen Informationen findet? Wer weiß von diesem Ordner? Wer kann ihn bei Bedarf hervorholen und zur Verfügung stellen?

Diese Fragen solltest du geklärt haben. Sollte der Fall eintreten, geht es nämlich um die Existenz deiner Firma und vielleicht auch um die finanzielle Existenz deiner Familie.

Weitere Informationen hierzu findest du auch auf meiner speziellen Webseite zum Thema „Vorsorgevollmacht und Unternehmervollmacht“.

#2 Du verstirbst

Auch für diesen Fall solltest du einen Notfallplan in der Schublade haben. Hier solltest du u.a. die folgenden Fragen klären:

  • Wer kümmert sich im Fall deines Todes um deine Firma?
  • Wer führt sie weiter, wickelt sie ab oder verkauft sie?
  • Wer hat Kontovollmacht?
  • Kann sich die von dir ausgewählte Person innerhalb eines Tages in die wichtigsten Belange deiner Firma einarbeiten?
  • Gibt es einen Notfallordner mit den wichtigsten Infos?
  • Wo ist er zu finden?
  • Wer ist über den Notfallordner informiert und kann ihn bei Bedarf heraussuchen?

Hier geht es vor allem darum, deine Familie vor möglichen finanziellen Folgen zu schützen.

#3 Dein Mitgesellschafter verstirbt

Hier ist meine erste Frage immer: Welche Regelung hast du für diesen Fall im Gesellschaftsvertrag vereinbart? Solltest du diese Frage nicht spontan beantworten können, dann schau bitte mal nach. Oft sind gar keine oder unzulässige Regelungen im Gesellschaftsvertrag vereinbart worden.

Habt ihr eine Regelung im Gesellschaftsvertrag? Super! Was bedeute sie für dich? Was bedeutet sie für die Firma in dem Fall, dass dein Mitgesellschafter tatsächlich verstirbt? Brauchst du vielleicht einen größeren Geldbetrag, um die Erben auszuzahlen? Ist das Auszahlen der Erben überhaupt möglich oder hast du vielleicht auf einmal den in Scheidung lebenden, zukünftige Ex-Ehepartner deines verstorbenen Mitgesellschafters in der Firma?

Mehr Infos hierzu findest du in meinem Artikel „Kennst Du Deinen Gesellschaftsvertrag? Was passiert, wenn ein Mitgesellschafter verstirbt?“

#4 Deine Betriebsstätte ist plötzlich nicht mehr zugänglich

In deinem Betrieb hat es ein Feuer gegeben. Die Schäden sind so groß, dass du in nächster Zeit deine Betriebsräume nicht betreten kannst. An Maschinen, Waren, Vorräte und Geschäftsunterlagen kommst du nicht mehr ran bzw. sie sind zerstört. Was machst du nun? Die erste Reaktion ist immer: Darum kümmert sich meine Versicherung. Ich habe doch eine Sachversicherung und eine Ertragsausfallversicherung.

Das mag richtig sein. Aber die Versicherung wird erstmal Zeit benötigen, um den Schaden dem Grunde und der Höhe nach zu prüfen. Gleichzeitig wird sie prüfen, ob du die Versicherungssummen in ausreichender Höhe abgeschlossen hast. Falls du nämlich zu wenig Versicherungssumme gekauft hast, wird der Versicherer den Schaden nicht komplett begleichen.

Also ist hier Frage Nr. 1: Wann hast du überhaupt das letzte Mal deine Versicherungssummen überprüft?

Außerdem solltest du dir schon jetzt Gedanke darüber machen, was alles Notwendig ist, um deinen Betrieb wieder schnellstmöglich ans Laufen zu kriegen. Gibt es eine Ausweichbetriebsstätte, sind Bürocontainer vielleicht eine Alternative? Wo bekommst du schnell neue Maschinen und Material her? Wo sind deine Computerdaten gesichert? Wie schnell kann die EDV und deine Telefonanlage wieder einsatzbereit sein?

Deine Versicherung zahlt dir Geld. Organisieren und ranschaffen musst du aber selber. Deswegen mach dir jetzt Gedanken darum, wie du deinen Betrieb wieder schnell ans Laufen bekommst. Deine Kunden werden sonst wohl zu deinem Mitbewerber wechseln.

#5 Deine Computersysteme sind gehackt worden

„Das passiert mir nicht. Wer interessiert sich schon für meine Daten? Ich habe doch nur einen kleinen Betrieb.“ Diese Aussagen höre ich immer wieder, wenn ich das Thema „Hackerangriffe“ anspreche. Meine Antwort dazu: Den Hacker interessieren deine Daten nicht. Ihn interessiert das Geld, das er von dir erpressen kann. Und für einen „armen Hacker“ aus einem Schwellen- oder Entwicklungsland sind 2.000$ schnell und gut verdientes Geld.

Jetzt sagst du vielleicht: „Gut dann zahle ich halt die 2.000$. Dann habe ich meine Daten wieder.“ Wer garantiert dir aber, dass der Hacker nächste Woche nicht wieder auf der „Matte steht“ und dann 5.000$ haben will.

Was passiert außerdem, wenn plötzlich deine Kundendaten (Achtung: personenbezogene Daten #Datenschutzgrundverordnung #DSGVO) plötzlich im Internet auftauchen und von jedem eingesehen werden können?

Kurz gesagt: Weißt du, wen du anrufen musst, um schnellstens an

  1. gute IT-Forensiker zu kommen, die deine EDV schnell wieder in Gang bringen und um
  2. an gute PR-Experten und Rechtsanwälte zu kommen, die dafür sorgen, dass dir deine Kunden weiter vertrauen, obwohl dir ihre Daten abhandengekommen sind?

Viele Versicherer bieten hierfür sog. „Cyberversicherungen“ an. Das wichtige dabei ist, dass du dadurch Zugang zu den IT-Forensikern und PR-Experten bekommst und diese von der Versicherung bezahlt werden. Übrigens einen Termin bei einem IT-Forensiker bekommst du schwerer als einen Termin beim Radiologen für ein MRT. Und auf den warten manche Menschen auch schon bis zu 8 Wochen…hast du so viel Zeit?

Mehr zum Thema „Cyberschutz“ findest Du in dem Artikel „Schutz vor Cyberrisiken“.

Die Notfallplanung gehört zu deinen wichtigsten Aufgaben

Als verantwortungsbewusster Selbstständiger ist es deine Aufgabe für den Notfall vorzuplanen. Notfälle treten unangekündigt auf. Wenn sie auftreten, wird es meist hektisch und stressig. Oft geht es dann um deine finanzielle Existenz. Es ist allemal besser, in solchen Situationen auf ein Plan zurückgreifen zu können und diesen Schritt für Schritt abzuarbeiten, als sich dann noch groß Gedanke darum machen zu müssen, was jetzt konkret zu tun ist. Ein Notfallplan wird nie perfekt sein. Er ist aber mit Sicherheit besser als gar kein Plan!

Falls du bei der Notfallplanung Hilfe brauchst, kannst du dich gerne bei mir melden. Ich helfe dir gerne dabei! Email: mike.richter@akg-vfm.de – Tel: 02051/3140970.

Und du so?

Hast du Notfallpläne in der Schublade? Wenn ja, für welche Art von Notfällen? Wenn nein, warum nicht? Schreibe mir hierzu gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag. Ich freue mich auf dein Feedback!

Über mich

Ich bin Mike Richter, Versicherungsmakler und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH. Ich helfe Unternehmern und Selbstständigen Zeit und Geld zu sparen, indem ich mich wie ein guter Bekannter um alle betrieblichen und privaten Versicherungsfragen kümmere.

Dazu passe ich Deine Versicherungen an Deine individuellen Anforderungen an. So kannst Du sicher sein, dass Du nicht zu viel Geld für einen nicht passenden Versicherungsschutz ausgibst.

Den notwendigen „Papierkram“ mit den Versicherungen erledige ich zuverlässig und dauerhaft für Dich. Dein Zeitaufwand für diesen oft lästigen und nervigen Bereich wird so auf ein Minimum reduziert.

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